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Noordwijk aan Zee

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Der erste Tag

Der Wetterbericht für das Wochenende kündigte schönes Wetter an. Da wäre es doch blöd, unser Wohnmobil nicht für einen Ausflug ans Meer zu nutzen. Die zweihundert Kilometer zu wunderschönen Stränden mit Meeresrauschen sind selbst bei den vorgeschriebenen 120 km/h oder seit 2012 zu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Gebieten inzwischen zugelassenen 130 km/h schnell zu bewältigen. So schnell muss man erst einmal mit seinem Wohnmobil fahren können und wollen. Ein großer Nachteil an der Camper-Nation Niederlande ist die fehlende Infastruktur an einfachen Stellplätzen. Man darf und man kann eigentlich nur auf Campingplätzen übernachten. Und da wir noch Herbstferien hatten, reservierten wir über das Internet einige Tage vorher auf einem kleinen Campingplatz. Das bedeutete für uns auch, dass wir zum ersten mal auf einen Campingplatz übernachten würden. Viel einpacken brauchten wir für diese eine Nacht nicht. Vieles war noch im Auto und Proviant ist schnell vom Kühlschrank im Haus in den Kühlschrank im Wohnmobil verlagert.
Die Fahrt verlief ohne Besonderheiten und wir rollten gemütlich bis an die Küste durch. Allerdings fuhren wir nicht direkt zum Campingplatz. Der liegt leider etwas abseits und da es bei unserer Ankunft schon Mittagszeit war, hatten wir gar nicht mehr die Kraft, von dort die drei Kilometer in die Stadt zu laufen. Deswegen fuhren wir durch bis zu einem großen Parkplatz in der Nähe des Zentrums. Wir wollten dort erst einmal Kibbeling essen.

Kibbeling

Ich liebe dieses Fischgericht. Da wir ja auch unsere Hunde dabei hatten, meiden wir die normalen Restaurants und gehen direkt zu einer kleinen Fischbude in der Nähe der Fußgängerzone. Hier gehen auch viele Niederländer hin und das ist für uns ein Qualitätsmerkmal. Außerdem geht es schnell, wenn es auch auch nur drei kleine Tische vor dem Geschäft gibt. Aber wir fahren ja auch fürs Meer und den Strand hier hin und nicht um ewig in einem Restaurant zu sitzen.
Gestärkt schauten wir uns gegenüber noch die Auslage eines Outdoor-Geschäfts an. Dort entdeckte ich einen schönen Gürtel. Ich setzte meinen Hundeblick auf und brauchte gar nicht lange betteln. Schwupps hatte ich ihn auch schon gekauft. Gemütlich gingen wir zurück zum Parkplatz und von dort fuhren wir nun zum Campingplatz. Eine ganz schmaler Weg führte dort hin und natürlich kamen uns auch Autos entgegen. Viel Möglicheiten zum Ausweichen gab es nicht, aber wir schafften es trotzdem ohne Schrammen und Beulen dort anzukommen. Leider hatten wir noch keine ACSI-Card, die hätten wir hier einsetzen können, aber der Check In verlief auch so ohne Probleme. Wir bestellten Brötchen für unser morgiges Frühstück vor und bekamen einen elektronischen Schlüssel für die Zufahrt und die Waschräume. Wir hatten freie Ausahl auf dem kleinen Platz, sollten aber auf der Wiese aufpassen, weil dort Rasen an einer Stelle neu eingesäht war. Wir fuhren an eine handvoll Wohnmobile vorbei und stellten uns am Ende der Reihe in der Nähe einer Stromsäule. Als erstes holte ich unser Kabel heraus und schon hatten wir Strom. Dann baute ich den Tisch und die Stühle auf. Das war das erste Mal, dass die nun zum Einsatz kamen. Wir tranken noch gemütlich einen Kaffee in der Sonne.

Kaffee trinken

Aber länger blieben wir dann auch nicht mehr am WoMo. Wir wollten zum Strand. Leider gibt es keinen direkten Weg zu den Dünen und zum Strand, so dass wir ersteinmal drei Kilometer laufen mussten. Fahrräder hatten wir nicht dabei und mit dem WoMo wollten wir auch nicht fahren. Den Hunden gefällt es. Am Strand war es gewohnt schön. Wir warfen den Ball für unseren Hund und er tobte sich im Wasser aus. Ein besseres Geburtstagsgeschenk hätten wir ihm an seinem heutigen neunten Geburtstag nicht machen können. Langsam gingen wir in Richtung Norden.

Wasserhund

Am Strand

Dünen

Um dann nicht wieder zurück gehen zu müssen, nahmen wir eine der Ausgänge (Afrit), die zu einem groß ausgebauten Wander- und Radfahrwegenetz in einer sehr schönen Dünenlandschaft führt. Hier suchten wir noch nach einigen Geocaches. So weit waren wir noch nie in dieses Gebiet vorgedrungen. Mit unserem Smartphone und einer Karten-App suchten wir nun den kürzesten Weg zurück zu unserem Campingplatz. Während wir am Strand nur im T-Shirt und mit hochgekrempelten Hosen barfuß durchs Wasser laufen konnten, wurde es jetzt zunehmend kühler. Man merkt doch, dass es schon Oktober ist. Nach einem langen Weg und mit abnehmender Lust aufs Laufen näherten wir uns im dunkeln den Campingplatz und an unserem Wohnmobil wurden wir direkt durch einen lauten Piepston begrüßt. Oh Oh - der Gaswarner! Eine Nachbarin kam auch direkt angelaufen. Sie ließ es sich aber nicht anmerken, dass sie bereits von diesem Ton genervt war. War mir das unangenehm! Dazu kam natürlich jetzt auch noch die Sorge, dass es sich ja nicht um einen Fehlalarm handeln muss. Mir ging die Frage durch den Kopf, ob man vielleicht mit dem Schlüssel im Türschloss einen Funken erzeugen kann und dann alles um uns herum in die Luft fliegt. Natürlich ließ ich mir das nicht anmerken. Mutig schloss ich auf und schnüffelte erst einmal vorsichtig hinein. Nein, kein Gasgeruch. Schnell schaltete ich diesen blöden Gaswarner aus und öffnete trotzdem erst einmal die Fenster. Man weiß ja nie!
Der Gaswarner wurde auch besonders geschickt eingebaut. Sobald man die Schranktür öffnet, schlägt diese gegen den Gaswarner und aktiviert ihn direkt mit einen nervigen Testton. Allerdings haben wir ihn diesmal bewusst eingeschaltet. Was soll man mit einem Gaswarner, wenn man ihn nicht nutzt? Nachdem wir all unsere Nachbarn mit unserem souveränen Auftreten beruhigt hatten widmeten wir uns der Vorbereitung unseres Abendessens mit Pindakaas (Erdnussbutter) und weichen niederländischen Brot. Das Abendessen genossen wir noch draußen, aber selbst mit dicken Pullover war es schon grenzwertig. Dann verzogen wir uns schnell ins Fahrzeuginnere. Wir ließen den Tag gemütlich mit Lesen und Reisetagebuchschreiben ausklingen. Abschließend gingen wir noch einmal zum Waschhaus. Da ich schon Erfahrungen vom Segeln aus diversen Häfen habe, hatte ich alles dabei. Allerdings hatte meine Beifahrerin ihr Handtuch vergessen behalf sich dann aber mit ihrem T-Shirt. Ich muss aber auch gestehen, dass mir das auch schon passiert ist. Wenn man es dann feststellt ist man eigentlich auch zu faul, um noch einmal zurückzugehen.
Sauber und mit vielen Eindrücken war auch dieser Tag damit zu Ende.

Die Rückfahrt

Kein Wecker der uns weckte. Wir durften ganz alleine wach werden. Zum Frühstück holten wir unsere bestellten Brötchen an der Rezeption ab. Und weil Sonntag war, gab es natürlich auch Frühstückseier dazu. Schön gemütlich ließen wir den Tag angehen.
Wir wurden rechtzeitig fertig, um den Campingplatz pünktlich zu verlassen. Gegen elf Uhr fuhren wir vor gaben den Key wieder ab, erhielten dafür das Pfand zurück und bezahlten die Platzgebühr. Da wir noch einmal an den Strand wollten fuhren wir wieder nach Noordwijk rein und suchten uns einen Parkplatz. Das bezahlen darf man hier nicht vergessen, sonst kann es teuer werden. Wir haben hier schon mal über fünfzig Euro Strafe bezahlen müssen, weil wir eine halbe Stunde zu spät zum Auto zurück kamen. Das passiert uns nicht wieder. Ein Tagesticket kostet dagegen nur sieben Euro. Dafür gibt es keine Kurtaxe oder sonstige Strandgebühren.

Leuchtturm

Wir gingen wieder an den Strand, aber heute war definitiv kein T-Shirt und Barfuß-Wetter. Wir bekamen sogar einige Regenschauer ab. Wir verließen den Strandabschnitt und gingen in die Fußgängerzone. Die Geschäfte hatten sogar am heutigen Sonntag geöffnet. Strand und Shopping machen aber hungrig und so steuerten wir wieder unsere Kibbeling-Bude an. Draußen sitzen war zwar nicht sehr angenehm bei diesem Wetter, aber wenigstens war gerade mal eine Regenpause. Frisch gestärkt kaufte ich mir anschließend in der Backabteilung eines Supermarktes noch einaml Appelgebakk met Slagroom (Apfelkuchen mit Schlagsahne). Ein weiteres kulinarisches Highlight der niederländischen Küche.So gingen wir wieder über die Dünen zum Strand um von dort gemütlich zu unserem WoMo zurückzukehren. Gestern war es wirklich sehr viel schöner! In unserem Gefährt zogen wir uns erst einmal trockene Sachen an und dann kochten wir uns noch einmal Kaffee, den wir zusammen mit dem Apfelkuchen und mit Blick vom Boulevard auf den Strand genossen.

Blick auf den Strand

Jetzt war es auch schon wieder halb vier. Wir haben noch eine zweistündige Rückfahrt vor uns und zusätzlich einen kleinen Zwischenstopp an der Entsorgungsstation um die Tanks zu leeren. Also los. Die Rückfahrt war ruhig und staufrei und wir konnten unser Wohnmobil gemütlich rollen lassen. Zu Hause fuhren noch schnell zu der Entsorgungsstaion am örtlichen Stellplatz. Das ist wirklich super, dass man dort für einen kleinen Obulus seine Tanks leeren darf. Anschließend fuhren wir dann endgültig nach Hause. Schnell war ein kurzes, dafür aber ein sehr schönes Wochenende vorüber.

Zusammenfassung

Uns trennen nur zweihundert Kilometer oder zwei Stunden Fahrt von zu Hause zum Meer. Darum bietet es sich immer wieder mal an, ganz spontan für ein oder zwei Tage dort hinzufahren und an schönen und sauberen Stränden etwas Seeluft zu schnuppern. Leider gibt es in den Niederlanden kaum einfache Stellplätze, so dass man gezwungen ist auf Campingplätze auszuweichen. Wir waren jetzt zum ersten Mal auf einem Campingplatz und dann auch noch direkt auf einen Niederländischen... Der Campingplatz befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofes und liegt ungefähr drei Kilometer vom Centrum Noordwijk aan Zee entfernt. Auf einer von Hecken umschlossenen großen Wiese durften wir uns selber einen Platz aussuchen. Stromsäulen stehen ausreichend zur Verfügung und an ein oder zwei Stellen sind auch noch einfache Wasseranschlüsse, an denen man mal schnell Zwischendurch mit seinem Schlauch Wasser zapfen kann. Vom hintersten Winkel des Platzes bis zur Einfahrt und zum Waschhaus sind es ungefähr zweihundert Meter. Das Waschhaus ist sehr sauber und hell und befindet sich in einem neueren Gebäude in der typischen niederländischen Leichtbauweise. Dort stehen auch einige Waschmaschinen zur Verfügung. Da wir in der Nebensaison dort waren, teilten wir uns den Platz nur mit sechs oder sieben weiteren Reisemobilen. Für die Wohnwagen gab es eine weitere Wiese mit einzelnen Parzellen. Uns hat es dort gefallen, schon weil es kein riesiger Platz mit vielen Angeboten und Animationen ist und ich denke, dass wir diesen Campingplatz sicher wieder bei weiteren spontanen Kurztrips anfahren werden. Dann aber mit ACSI-Card! Eine neue Erkenntnis ist, dass wir den Gaswarner nur noch in Betrieb nehmen werden, wenn wir selber auch vor Ort sind. Die Gefahr von Fehlalarmen ist einfach zu groß und bevor uns jemand die Tür aufbricht um das seit Stunden nervende Gepiepe abzuschalten ist es uns dann nicht Wert.