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Die Vorbereitungen

Sonnig Dank des heißen Sommers wurde in den Zeitungen und im Fernsehen sehr viel über den Edersee berichtet. Der Pegel des Sees ist zur Zeit so niedrig, daß alte Bauwerke, wie zum Beispiel eine alte Brücke bei Asel freigelegt und zugänglich sind. Das klingt spannend. Die erste Frage war aber erst einmal: Wo liegt der Edersee eigentlich? Das Internet, eine Quelle unerschöpflicher Informationen konnte uns weiterhelfen. Wenigstens einer bei uns im Hause, der das wusste... Nachdem wir nun herausgefunden hatten, dass der Edersee nur 230 km von uns entfernt ist, stand für uns fest, dass es ein herausragendes Ziel für ein Wochenendausflug ist. Zuerst ersteinmal musste die Frage geklärt werden, an welchem Wochenende wir los wollen? Zu lange wollten wir nicht warten, denn es wäre doch zu schade, wenn durch Wetterumschwung der Edersee wieder seinen normalen Wasserstand erreichen würde bevor wir ankommen. Außerdem hatten wir uns das letzte Augustwochenende für den Besuch des Caravan-Salons in Düsseldorf reserviert. Zu spontan sollte ein Spontanurlaub auch nicht sein, so dass wir uns für das vorletzte Wochenende im August entschieden und somit noch gut zwei Wochen zum Vorbereiten hatten. Bei der Auswahl eines Stell- oder Campingplatzes war uns dann wieder das Internet behilflich. Wir wollten gerne dieses Wochenende nutzen, um auch mal wieder ein wenig zu wandern und zu geocachen. Darum wollten wir gerne Sanitäreinrichtungen und Duschen, weswegen wir Stellplätze schon mal ausschlossen. Außerdem entschieden wir uns gegen einen Stellplatz, weil wir befürchteten, dass diese aufgrund der Sommerferien in Hessen und des schönen Wetters an den Wochenenden hoffnungslos überlaufen sind. Campingplätze gibt es dort mehr als genug. Jetzt kamen taktische Gründe zum ziehen. Wo ist der am günstigsten gelegene Platz, dass man wandern kann und gute Möglichenkeiten hat immer wieder zum Startpunkt zurückzukommen, ohne direkt um den ganzen See laufen zu müssen. Außerdem wollten wir nahe der freigelegten Brücke sein, um dieses Highlight zu besichtigen. Schnell hatte ich einen Campingplatz ausgesucht, der an einem Fähranleger liegt. Ich dachte mir, dass es eine gute Idee ist, wenn man eine Etappe läuft und sich dann mit der Fähre einfach wieder zurückfahren lässt. Oder eben andersherum. Erst fahren und dann laufen. Bis Janina dann mal genauer im Internet nachlas und feststellte, dass Hunde auf auf den von uns favorisierten Platz nicht erwünscht sind. Sie hatte zum Glück direkt eine Alternative herausgesucht, und ganze zwei Tage vor unser Abfahrt fragten wir dann an, ob auch ein Plätzchen für uns frei sei. Die Bestätigungsmail kam direkt am nächsten Morgen - der Tag vor unserer geplanten Abfahrt.

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Die Hinfahrt

Sonnig Bis zum Mittag musste ich ersteinmal noch arbeiten. Zum Glück hatte Janina aber Zeit, um das Wohnmobil vorzubereiten. Sie schloss das Stromkabel an um den Kühlschrank vorkühlen zu lassen, füllte den Wassertank etwas auf und lud bereits die ersten Sachen ins Fahrzeug. Als ich dann von der Arbeit nach Hause kam, brauchte ich nur noch meine eigenen Sachen zusammensuchen und verstauen und dann konnte es auch schon losgehen. Um fünfzehn fuhren wir von unserer Auffahrt herunter in Richtung Autobahn. Endlich wieder unterwegs... Freitagnachmittags auf deutschen Autobahnen. An einem schnellen vorankommen war gar nicht zu denken. Aber es ging. Vor dem Autobahnkreuz Oberhausen und dann noch einmal auf der A44 wurde es eng und wir kamen eine Weile nur im Stop-and-go voran. Ich verkniff mir sogar eine so sehr gewünschte Kaffeepause, um trotzdem noch rechtzeitig am Campingplatz zu sein, bevor die Anmeldung schliesst. Was soll ich sagen, wir schafften es rechtzeitig 45 Minuten vor Schalterschluss. Wir bekamen gezeigt, wo wir uns hinstellen dürfen und sollten uns ersteinmal einrichten, bevor wir die Formalitäten erledigen. "Stellen sie sich hier vorne auf die Wiese neben dem Wohnwagen!" Es gibt keine Parzellen oder sonstige Unterteilungen, so dass ich selber entscheiden musste, wie nah ich an den Wohnwagen heran fahren soll. Auf der einen Seite wollte ich kein Kuschelparker sein, aber ich wollte auch keinen zu großen Abstand lassen und dann später doch noch mehr zusammenrücken zu müssen, wenn noch andere Urlauber kommen. Aber meine Wahl schien wohl in Ordnung zu sein. Die misbilligenden Blicke der Nachbarn blieben verborgen und weitere Nachbarn kamen nicht hinzu. Für den Stromanschluss; kam dann einige Minute später der Sohn der Platzbetreiber vorbei und schloss den Schaltkasten auf. Leider reichte unser normales Kabel nicht ganz bis zum Fahrzeug und wir mussten mit unserer Kabeltrommel und einigen Adaptern verlängern. Wir stellten die Stühle und den Tisch auf und machten als erstes eine gemütliche Kaffeepause im Freien.

Auf dem Campingplatz
Da stehen wir

Zu lange blieben wir aber nicht sitzen, sondern machten uns auf, den Ort zu erkunden. Für das morgige Frühstück mussten wir noch herausfinden, wo wir die Brötchen kaufen können. Wir hatten zwar eine Wegbeschreibung bekommen, aber wir fanden es besser vorab schon mal zu schauen und nicht morgens verzweifelt und halbverhungert zu suchen. Wir liefen einmal um die Halbinsel Scheid und bestaunten die Liebesinsel, die zur Zeit keine Insel war.

Liebesinsel im Trockenen
Liebesinsel im Trockenen
Liebesinsel im Trockenen
Liebesinsel im Trockenen

Unterwegs hörten wir laute Live-Musik einer jungen Sängerin. Die evangelische Kirche hatte mit ihrem Projekt "Kirche unterwegs" eine kleine Open Air-Aufführung auf der Halbinsel. Das schauten wir uns aber nicht weiter an sondern gingen nach kurzem Zuschauen wieder zurück zum Campingplatz. Die Bewegung tat gut, aber zu noch mehr Aktionen war unsere Motivation dann nicht mehr groß genug. Wir ließen den Tag ausklingen und machten uns Bettfertig.

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Wandertag

Sonnig Wie jeden Morgen war Janina wieder vor mir wach. Während ich noch gemütlich liegen blieb, ging sie nach dem Waschen und Anziehen zuerst mit unserem Hund raus. Das ist dann für mich das Signal auch langsam aufzustehen. Ich habe nun ausreichend Platz um mich fertig zu machen und meinen ersten dringend benötigten Kaffee zuzubereiten. Anschließend bereite ich ich alles für unser gemeinsames Frühstück vor und warte nur noch sehnsüchtig darauf, dass Janina mit Hund und Brötchen zurückkommt. Durch unsere späte Ankunft gestern haben wir keine Brötchen in dem kleinen Geschäft vorbestellen können und so blieb für uns nur noch eine kleine Auswahl an gesunden Mehrkornbrötchen übrig. Ein ausgiebiges Frühstück sollte uns für die bevorstehende Wanderung stärken. Gegen elf Uhr waren wir dann soweit und machten uns mit Rucksäcken und Wasser bepackt auf dem Weg. Auf den Waldwegen im Schatten der Bäume war es gut auszuhalten, obwohl heute wieder ein heißer Sommertag war. Bergauf und Bergab folgten wir grob den Urwaldsteig, einen Wanderweg der einmal um den Edersee herumführt und genossen an vielen Stellen die Aussicht auf den leeren Edersee.

Wanderwegmarkierungen
Viele Wanderwege
Edersee
Edersee
Schloss Waldeck
Schloss Waldeck

Irgendwann hatten wir aber keine Lust mehr und der Hunger und die Anstrengung ließen unsere Motivation ganz schön in den Keller rauschen. Über das Smartphone versuchte ich die Homepage der kleinen Reederei mit den Fahrgastschiffen auf dem Edersee zu öffnen, um mich noch mal zu vergewissern, dass bei dem Niedrigwasser auch wirklich die Schiffe fahren und wo und wann wir zu steigen können, um zurück nach Scheid zu kommen. Die Schiffe fuhren, aber aus dem Fahrplan wurde ich nicht so ganz schlau - vielleicht war ich durch das wandern einfach schon zu dehydriert. Das was ich verstand war die letzte Abfahrtzeit, die wir nie im Leben erreichen würden. Mir grauste vor dem Gedanken, dass alles wieder zurückgehen zu müssen. Aber ersteinmal kämpften wir uns vom Wanderweg auf dem Berg wieder runter zur Hauptstrasse. Vielleicht ist ja dort irgendwo eine Bushaltestelle.
Natürlich war dort keine Bushaltestelle. Nirgendwo! Wir mussten wirklich den ganzen Weg zu Fuß zurücklegen. Für den Rückweg entschieden wir uns aber für den Weg an der Hauptstrasse entlang. Das ist am kürzesten aber leider auch am lautesten. Hier war mehr Verkehr als auf dem Kölner Ring und sehr viele und laute Motorräder. Jetzt kam uns der fast leere Stausee zu Gute. Wir konnten wirklich einige Kilometer abkürzen, indem wir einfach quer durch das Becken liefen. Hier waren wir wieder fern vom Verkehrslärm und den Abgasen.

Das ist vom Edersee übrig geblieben
Das ist vom Edersee übrig geblieben
Steiles Ufer
Steiles Ufer


Noch schöner war eigentlich nur noch der Augenblick, als wir wieder am Campingplatz ankamen. Wir machten erst einmal eine Kaffeepause und legten die Füße hoch. Anschließend gingen wir duschen und machten uns frisch.
Frisch gewaschen forderten nun unsere Mägen ihr Recht ein. Wir hatten so einen Hunger! Zum Glück ist direkt gegenüber vom Campingplatz ein kleiner aber guter Imbiss. Unsere Notfallrationen an Tüten- und Dosensuppen waren einfach nicht verlockend genug, so dass wir uns entschlossen dort Pizza zu holen.

Leckere Pizza
Leckere Pizza

Die aßen wir schön gemütlich draußen vor unserem Wohnmobil. Als dann kurze Zeit später die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwand wurde es doch ungemütlich und wir zogen uns ins Innere zurück. Vorher verstaute ich diesen Abend allerdings unsere Campingstühle in die Garage. Man merkt doch, dass der Sommer in seiner zweiten Hälfte ist und nachts die Luftfeuchtigkeit zunimmt. Heute morgen waren die Stühle vom Morgentau so nass, dass wir sie erst eine ganze Weile in der Sonne trocknen lassen mussten. Wir setzten uns noch in unsere Sitzgruppe und lasen etwas, aber lange blieben wir nicht mehr dort, sondern verlegten in die Koje. Der volle Magen nach einem langen Tag an der frischen Luft ließ uns wirklich schnell müde werden.

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Die Rückfahrt

Sonnig Ohne Wecker, aber nicht zu spät standen wir auf und spulten unser Programm ab. Janina ging wieder mit dem Hund los und ich bereitete unser Frühstück vor. Da wir gestern Brötchen vorbestellt hatten, gab es heute nicht nur dunkle Körnerbrötchen und ich kochte sogar, wie jeden Sonntag Frühstückseier. Zu einem Sonntagsfrühstück gehören einfach Frühstückseier! Für mich ist Frühstück einfach die wichtigste Mahlzeit des Tages.
Anschließend packten wir alles zusammen und verstauten alles an seinem Platz. Jetzt mußte nur noch das Stromkabel abgestöpselt werden. Dafür ist aber leider jemand der Betreiberfamilie notwendig, denn der Stromkasten ist abgeschlossen. Um kurz nach halb zehn lief ich vor zur Anmeldung und es war Zufall, dass das auch die offizielle Bürozeit ist. Aber es war niemand da. Ich wartete eine Weile und nichts tat sich und ich entschied noch einmal zurück zum WoMo zu gehen. Eine innere Unruhe hatte sich breit gemacht und ich wurde immer ungeduldiger. Ich ging noch einmal zur Anmeldung. Erst gegen zehn Uhr kam die Besitzerin mit einer Brötchentüte in der Hand um die Ecke. Ich konnte die nicht benötigte Duschmarke zurücktauschen, aber der Schlüssel für den Stromkasten war nicht im Büro. Sie versprach mir, ihren Mann Bescheid zu sagen und er würde dann kommen. Einige Minuten später kam er dann auch tatsächlich und wir befreiten unser Stromkabel. Ich bedankte und verabschiedete mich. Jetzt aber los! Unser erstes Etappenziel heute sollte die alte freigelegte Brücke in Asel sein.
Ohne Probleme und weiteren Verzögerungen erreichten wir die Zufahrtsstrasse und fanden sogar einen freien Parkplatz in der Nähe des Fähranlegers. Eine Fähre legte hier aufgrund des fehlenden Wassers nicht an dafür führte nun von hier der Fußweg zur alten Brücke.

Kein Fährbetrieb
Kein Fährbetrieb

Es war auch schon einiges los, aber es war noch ausreichend Platz um einmal über die Brücke und wieder zurück zu gehen. Interessant wie seltsam sich einige Menschen verhalten. Janina wollte an einem Mann vorbeigehen als dieser sich plötzlich umdrehte und direkt vor ihren Füßen sein Stativ aufstellte als sei er der Einzige weit und breit.

Die freigelegte Brücke
Die freigelegte Brücke
Eine Boje
Ob die Höhenangabe noch stimmt?
Auf der Brücke
Auf der Brücke

Nachdem wir unsere Pflichtfotos gemacht hatten, begaben wir uns auch wieder zurück zum Parkplatz. Von hier ging es dann jetzt endgültig nach Hause. Ich schaltete die Navigation auf meinem Smartphone ein und los ging es. Es war gar nicht so leicht. Jetzt war die Zufahrt auf dieser Strasse gesperrt und alle Besucher mussten vor der Absperrung auf einer zu einem gebührenpflichtigen Parkplatz umfunktionierten Weide parken. Da haben ja Glück gehabt. Ja, der frühe Vogel spart die Parkgebühr...! Oder so Ähnlich. Dafür war das Rangieren zwischen den ganzen entgegenkommenden Fahrzeugen und Fußgängern sehr spannend.
Unsere Navigationssoftware lotste uns nun einen ganz anderen Weg zurück in Richtung Ruhrgebiet. Auf dem Hinweg wurden wir über die A44 von Unna in Richtung Kassel geführt und jetzt ging es über Landstrassen durch das Sauerland bis zur nächsten Autobahn, die A445. Ich fahre gerne Landstrasse und die Strecke war wirklich sehr schön. Vor allem ist es eine unsererer Traditionen, auf dem Rückweg von unseren Sauerland-Ausflügen in Arnsberg bei einem Amerikanischen Schnellrestaurant anzuhalten, um die Kohlehydratespeicher wieder aufzufüllen.
Gestärkt ging es dann ohne weitere Unterbrechung weiter in Richtung Heimat. Wir machten noch den obligatorischen Umweg über den Stellplatz in Wesel, um alle Tanks zu leeren und dann waren wir auch schon wieder zu Hause. Das Ausräumen des Wohnmobils ist schon zur Routine geworden und ruckzuck waren alle Staufächer leergeräumt.

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Zusammenfassung oder "Warum in die Ferne schweifen..."

Dieser "spontane" Kurzurlaub über das Wochenende nach Nordhessen an den Edersee war eine gute Idee. Nicht nur bei Niedrigwasser, sondern auch bei normalen Wasserstand gibt es dort sehr viel zu entdecken. Alle Wassersportarten sind dann möglich, es gibt eine Sommerrodelbahn, ein Maislabyrinth, Wanderwege und noch vieles mehr. Man kann sagen, es ist wirklich für jedem etwas dabei. Um den ganzen See herum findet man Campingplätze, einen Stellplatz selber haben wir allerdings nur in Scheid auf der Halbinsel gesehen.

Stellplatz mit Blick auf dem See
Stellplatz mit Blick auf dem See

Während dieser Stellplatz 12,- Euro pro Nacht kostet, haben wir auf dem Campingplatz 20,00 Euro für zwei Personen + Hund pro Nacht bezahlt. Wir waren zentral in Scheid und hatten keine 100 Meter zum Brötchenverkauf oder zum Restaurant zu laufen. Außerdem durften wir uns an den zwei auf dem Campingplatz vorhandenen Apfelbäumen bedienen, das war quasi im Preis mit inbegriffen. Ich selber muss aber sagen, dass man für die wirklichen Attraktionen doch etwas Abseits ist. Es gibt zwar ein Badeplatz und eine Hundewiese, Bootsverleih und Fähranleger (sofern Wasser da ist), aber man sieht nichts von der Staumauer. Auch alle weiteren Attraktionen sind weiter weg. Da wir noch nicht alles gesehen haben, werden wir bestimmt noch mal am Edersee vorbeischauen, und dann kann auch ruhig mal Wasser im See sein.

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