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Bremerhaven und Hamburg

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» Zusammenfassung

Die Vorbereitungen

Nachdem wir unser Reisemobil endlich zu Hause hatten und es dann auch endlich einige Tage später angemeldet war, wollten wir natürlich auch sofort alles ausprobieren und losfahren. Die erste Campingerfahrungen haben ja schon in unserem Vorgarten gesammelt, indem wir die Markise ausrollten, Kaffee und Tee im Wohnmobil kochten und diese dann draußen in unseren neuen Campingstühlen mit Blick auf das neue Gefährt genossen.

Camping im Vorgarten

Alle vorbeikommenden Nachbarn warfen uns dabei ein verständnisvolles Lächeln zu. Und wir lächelten freundlich und Stolz zurück. So ist das halt beim Camping, man ist in der Öffentlichkeit. Diese Erfahrung wollte nun schnellstmöglich vertieft werden. Ideen hatten wir mehr als genug. Unsere erste Tour sollte uns auf alle Fälle ans Meer führen. Wenn man die Küstenlinien der Inseln nicht mitbetrachtet stehen uns also je nach Messmethode etwa 1200 km Küste als mögliches Ziel in Deutschland zur Verfügung. Ein Arbeitskollege schwärmte mir seit einiger Zeit von Bremerhaven vor. Da wir im Bundesland Bremen bisher auch noch keinen Geocaches gesucht haben, war das Ziel schnell festgelegt. Wir wollen unsere erste Tour am verlängerten Wochenende zum Tag der Deutschen Einheit nach Bremerhaven machen. Auch die Stellplatzbewertungen im Internet versprachen nur das Beste, von den Wettervorhersagen mal abgesehen. Alles deutet auf ein Traumwochenende.

Zur Vorbereitung gingen wir nocheinmal unsere Inventarliste durch und überlegten, was noch fehlen könnte. Oh, wir hatten keinerlei Chemie an Bord...! Uns fehlten tatsächlich die Zusätze für Frisch- und Schwarzwasser. So planten wir dann noch einen Zwischenstopp bei Obelink in den Niederlanden ein. Das ist kein Umweg von uns in Richtung Ostfriesland.
Als ich vor einigen Jahren unsere Garage "elektrifizierte", habe ich auch Stockdosen installiert. Dabei hatte ich schon immer eine Anschlussmöglichkeit für ein Reisemobil so halb im Hinterkopf mit eingeplant. jetzt können wir theoretisch gleichzeitig Rasen mähen und das Mobil laden. Weil ich damals schon so klug vorausgeplant hatte konnte ich nun m Abend vorher unser Reisemobil an das Stromnetz anschließen. Danach wurde soweit wie möglich alles ins Wohnmobil gepackt, was wir selber nicht im Haus während der Nacht benötigen würden. Unser persönliches Waschzeug, frische Bekleidung für alle Wetterkapriolen, die man im Oktober an der Küste erwarten kann, Lebensmittel aus unserem Vorratsregal im Keller, Getränke (wir haben ja jetzt ein Fahrzeug mit einen Kühlschrank an Bord), Taschemlampen, Lesestoff, Ladegeräte für alle elektronischen Geräte und so weiter und so weiter. Ich glaube nun, dass es in der Packliste keinen großen Unterschied macht, ob man für vier Tage oder für vier Wochen wegfährt. Zum Schluss wollte ich noch den Frischwassertank auffüllen. Ich musste schnell feststellen, dass der billige Wasserschlauch, den wir mit zu der Erstlingsausstattung kauften, sich nicht nur blöd ausrollen ließ und total viele Knicke hatte, sondern dass er auch viel zu kurz war. Er reichte höchstens für den halben Weg bis zu unserem Wasseranschluss im Garten. Was nun?
Allen hygienischen Ratschlägen aus allen Wohnmobilforen zum trotze verlängerte ich den Schlauch mit unserem "Garten- Gartenschlauch" aus der Garage. Es kommt ja später noch Chemie dazu . Aber warum kann man vom Einfüllstutzen aus nicht erkennen, wie voll der Tank mit der Zeit ist? Da muss es doch eine Lösung geben. Immer wieder um den Wagen herum zu rennen, um die Füllanzeige abzufragen oder direkt in den Frischwassertank zu schauen ist nicht wirklich praktikabel. Außerdem fehlt mir für diese Kontrollen noch die Idee, wie ich den Schlauch befestigen kann, damit er nicht vom eigenen Wasserdruck aus dem Stutzen gedrückt wird. Ersteinmal ist das so vorzugsweise eine Aufgabe für zwei Personen. So kam es wie es kommen musste. Der Tank war voll ich bekam einen Schwall Wasser aus dem überlaufenden Einfüllstutzen ab. Das blieb nicht die einzige Überraschung, die uns der volle Wassertank bereitete. Dazu aber weiter unten mehr...
Jetzt war dann auch wirklich alles vorbereitet für unseren ersten Reisetag.

Der erste Tag

Morgens standen wir früh auf, versorgten unsere Hunde und frühstückten erst einmal gemütlich. Der Kurzurlaub sollte ja nicht direkt mit Stress anfangen. Unser erster Reisemobilurlaub! Jetzt brauchte unser Reisemobil nur abgestöpselt werden und das Kabel verstaut werden. Die Bettwäsche wurde noch schnell ins Fahrzeug gebracht und dann hatten alles. Oder? Ein kleiner Zweifel bleibt ja immer.
Um 09:55 Uhr fuhren wir ab und unsere erste Etappe führte uns zu Obelink. In weniger als eine Stunde waren wir dort. Wir hielten uns auch dort nicht so lange auf. Wir brauchten ja nur etwas Chemie für den Wassertank. Auch wenn ich gerne durch die Hallen streife, war mir heute mehr nach Reisen und Fahren.Darum ging es nach einem kurzen Aufenthalt auch direkt weiter über niederländische Landstrassen zur Autobahn A30. Bei Bad Bentheim wechselten wir auf die A31 in Richtung Norden. Jetzt bekamen wir aber auch langsam Hunger. Fahren und Einkaufen macht anscheinend sehr hungrig. Der Autohof mit dem goldenen M kam wie gerufen. Wir fuhren von der Autobahn runter zum Autohof. Es war ein langes Wochenende mit einer super Wettervorhersage in der Mittagszeit. Ich glaube ganz Nordtrhein Westfalen hatte die gleiche Idee hier Mittag zu essen. Selbst wenn wir wirklich gewollt hätten, es gab gar keine Möglichkeit zum Parken. Unverichteter Dinge beschlossen wir den Rückzug und fuhren weiter, wohlwissend das es jetzt Kilometer dauert, bis wieder etwas anderes kommt außer Moor und Emsland.
In Leer versuchten wir es zum zweiten Mal. Ich war bestimmt schon am Unterzuckern. Und obwohl die Hauptmittagszeit schon vorüber war, war auch dieses Systemgastronomiehaus zum goldenen M rappelvoll. Egal. Wir hatten einfach Hunger. Gestärkt und mit einem Schoko-Milchshake zum Nachtisch ging es weiter. Ein kleines Stückchen Autobahn und dann entschieden wir uns abenteuerlustig wie wir sind für Landstraßen. Ich fahre gerne über Landstraßen, denn da gibt es einfach mehr zu sehen. Der Weg führte uns durch schöne friesische Dörfer immer weiter in Richtung Wilhelmshaven. Von dort umrundeten wir südlich den Jadebusen und steuerten auf den Wesertunnel zu. Zumindest bis ein Hinweisschild uns darauf aufmerksam machte, dass dieser wegen Bauarbeiten in unsere Fahrtrichtung geschlossen sei. Aber unser Navi hatte eine Alternative und lotste uns über schmale Straßen und noch kleinere Dörfer zur Weser-Fähre, die uns direkt nach Bremerhaven bringen sollte.
Wir waren eines der ersten Fahrzeuge, die auf die Fähre warteten und mussten jetzt eine Entscheidung treffen, ob man sich als Reisemobil in der LKW-Spur oder in der PKW-Spur anstellt. Das für uns die Fähre mehr kostet als für ein PKW ist ja klar, aber wenn die unterschiedlichen Spuren auch dem Lademeister der Fähren dazu dienen, das Gewicht auf der Fähre besser zu verteilen oder auf der Fähre einen begrenzten Platz wegen unserer Fahrzeughöhe zuzuweisen, dann kann das richtige Einordnen schon wichtig sein. Ich weiß immer noch nicht, was richtig gewesen wäre, aber wir wählten die LKW-Spur. Nach und nach kamen immer mehr Autos an den Anleger gefahren und ich wurde mit jedem Auto nervöser, ob wir dann überhaupt noch mit auf die Fähre kommen. Letztendlich ging alles gut und die Fähre brachte uns in einer wunderschönen Abendsonne, vorbei an der Alexander von Humboldt 2 (dem Becks-Bier Segelschiff) nach Bremerhaven.

Die Fähre kommt

Auf der Fähre

Blick ins Kielwasser

Alexander von Humboldt 2

Bremerhaven voraus

Der Anleger kommt näher

Am Fähranleger

Von hier ist es nur noch dreimal um die Ecke bis zum Stellplatz an der Doppelschleuse. Von diesem Stellplatz haben wir nur gutes gehört und gelesen und das sollte unser allererster Stellplatz werden. Wir fuhren aufgeregt über die erste Schleusenbrücke und mussten direkt feststellen, dass man aus dieser Richtung niemals die Zufahrt zum Stellplatz in einen Zug schaffen kann. Von hier oben auf dem Deich konnten wir aber auch schon erkennen, dass wir, wenn überhaupt, nur noch mit Mühe einen Platz bekommen können. Aber es kam anders. Es war nämlich gar nichts mehr frei und auf unserer Runde über dem Platz wurden wir nur neugierig oder sogar etwas verärgert(?) von allen angeschaut. Ich habe ja schon damit gerechnet, dass es voll wird, aber das überraschte mich dann schon. Interessanterweise war keine Familie mit Kindern oder jüngere ReiMo-Fahrer auf dem Platz.
Vom Segeln kenne ich es so, dass man in einem Hafen immer irgendwo festmachen kann. Sei es in einem Päckchen ( mehrere Boote nebeneinander an einem Steg) oder man ruckt sonst irgendwie zusammen. Wenn man dann im Päckchen liegt muss man halt über alle anderen Boote zum Steg klettern. Noch schlimmer trifft es dass erste Boot am Steg, wenn es vor allen anderen Ablegen möchte. Dann fängt das große rangieren im Hafen an. Was ich damit sagen will ist die Tatsache, dass diese Unanehmlichkeiten von allen akzeptiert werden. Aber diese gemeinsame Leidensakzeptanz scheint es unter den "Skippern der Straße" nicht zu geben. Wer aus welchen Gründen zu spät kommt, hat halt Pech gehabt, hauptsache man hat seine Markise plus zwei Meter Abstand zum Nachbarn für sich.
Da hier leider nichts frei war, zogen wir also weiter. Nebenan gab es noch einen Parkplatz, auf dem auch noch andere Mobile standen, aber ein Schild an der Zufahrt verbot das Stehen nach 22 Uhr. Direkt die allererste Nacht freistehen war doch etwas ungewohnt. Ich sparte mir aber die Fahrt zum nächsten gepriesenen Stellplatz am Fischereihafen. Da ist es mit Sicherheit genauso voll. Also suchte ich mit Hilfe meines Smartphones und einer Stellplatz App nach Alternativen. Zeit zum Suchen hatten wir genug. Denn als wir die Schleuse wieder überqueren wollten, war die Brücke gerade für den Schiffsverkehr geöffnet. Das kann ja nicht so lange dauern dachte ich. Wir warteten zwanzig Minuten. Der Schleusenwärter wartete wirklich auf jedes Boot, dass sich von irgendwo am Horizont ankündigte. Wir hätten ja auch die südliche Brücke der Schleuse nehmen können. Ich hatte nur keine Lust, mit dem Wohnmobil auf der Straße zu rangieren und ich ging ja wirklich davon aus, dass es nicht so lange dauert. Unsere Stellplatz-App zeigte uns nördlich von Bremerhaven einen Campingplatz und auf dem Weg dorthin noch ein Stellplatz an einem Hostel. Nicht besonders zuversichtlich versuchten wir unser Glück dort erst einmal. Was soll ich sagen, es war sogar eine Ecke frei. Es kam aber direkt jemand angerannt, um uns zu sagen, dass wir dort nicht stehen können. Der Nachbar halte diesen Platz für jemanden frei, der noch nachkommen will. Aha! Ich bin grundsätzlich nicht auf Krawall aus und schon mal gar nicht auf unserer allerersten Tour. Aber es war sonst wirklich nichts mehr frei. Ich stellte mich ersteinmal an die Seite um an der Rezeption des Hostels zu fragen. Wieder bekamen wir direkt den Hinweis des Wohnmobilfahrers, dass wir dort nicht stehen bleiben können. Egal, ich frage jetzt an der Rezeption. Dort wurden wir dann super freundlich empfangen und erfuhren auch, dass eine Reservierung nicht bekannt sei. Gut, aber dahin stellen wollte ich mich jetzt auch nicht mehr. Können wir denn dort am Rand stehen bleiben? Zusammen schauten wir aus dem Fenster auf den Stellplatz und man betonte, dass das so überhaupt kein Problem sei. Nur hätten wir dort keine Stromversorgung. Das war alles so entspannt und nett, dass direkt mein Ärger verrauchte. Wir bekamen erklärt, wo die Waschräume sind, dass wir aber auch die im Hostel mitbenutzen dürfen und man bot uns noch an, das Frühstücksbuffett mitzubuchen. Von der Wohnmobil-Community bin und bleibe ich aber ersteinmal enttäuscht.
Da wir hier nun offiziell stehen bleiben konnten, drehten wir ersteinmal eine Runde mit unseren Hunden durch den Industriehafen nebenan. Morgen wollen wir uns dann mal Bremerhaven richtig anschauen. Jetzt standen wir auf unserer ersten Tour doch ohne Versorgung. Der Kühlschrank lief auf Gas und fürs Licht holten wir eine Kerze raus. Gemütlich ließen wir nun den ersten Abend mit Rotwein ausklingen.

Abendstimmung im Hafen

In Bremerhaven und Weiterfahrt nach Hamburg

Unsere allererste Nacht im Wohnmobil verlief ohne Probleme. Die Matratze war nicht zu hart und nicht zu weich und so schliefen wir wie Gott in Frankreich, bzw. in Bremerhaven. Die jungen Gäste des Hostels machten kaum Lärm und hielten sich an die Nachtruhe und das traf auch für die anderen Stellplatzbesucher zu. Die Nacht endete nur etwas abrupt. Das Hostel und der Stellplatz sind auf einem ehemaligen "Kasernengelände" und beherbergt auch noch einige LKW-Hallen. Diese werden vom Technischen Hilfswerk genutzt. Ausgerechnet heute morgen kamen die auf die Idee, früh morgens ihre Fahrzeuge zu rangieren und zu reinigen. Dieser Lärm ließ sich einfach nicht ignorieren. Also standen wir auf. Um unseren eigenen Waschraum auf unserer ersten Tour etwas zu schonen, gingen wir nacheinander zum Waschraum des Stellplatzes. Da die Nächte im Oktober doch schon ganz schön abkühlen, war es hier natürlich auch schon ganz schön kalt. Mir war es zu kalt zum Duschen und mir behagte auch nicht der Gedanke, dass es keinen für Männlein und Weiblein getrennten Duschraum gab. Zumindest konnte ich keinen finden. Also gab es nur die normale Katzenwäsche. Ich fand den Waschraum alt, abgenutzt und nicht sonderlich attraktiv. Aber es sollte ja die Alternative im Hostel selber geben, worauf ich dann aber verzichtete.
Meine bessere Hälfte machte sich dann auf, um mit den Hunden die erste Runde des Tages zu drehen und weil wir uns gestern nicht fürs Frühstück mit anmeldeten bereitete ich die Festtafel in unserem Wagen vor. Die Brötchen brachte meine Beifahrerin aus der Bäckerei im Supermarkt gegenüber des Hostels mit. So genossen wir unser erstes Frühstück schön gemütlich im WoMo. Anschließend wollten wir uns Bremerhaven anschauen. Zur Fußgängerzone war es etwas mehr als ein Kilometer. Da unsere Hunde sich über jede Bewegeung freuen, nahmen wir diesen Weg zu Fuß. Wir folgten der Bürgermeister-Smidt-Straße,

Bürgermeister-Smidt-Straße

die uns direkt auf die Fußgängerzone zuführte. Dort schauten wir uns einige Geschäfte an und machten auch einige Fotos. Es war eigentlich wie jede Fußgängerzone in jeder anderen Stadt.

Gedächtniskirche

Ein Denkmal

Noch ein Denkmal

Es gab ein oder zwei Bürgermeister-Smidt-Denkmäler, eine nette Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche und ein Stadttheater. Hier verließen wir die Fußgängerzone und gingen durch ein kleines Tor neben dem Theater in Richtung Alten Hafen. Da wir die Hunde dabei hatten, konnten wir leider keines der vielen Museen besichtigen, die mich schon wahnsinnig interessiert hätten.

Hafen

Hafen

Hafen

Hafen

Auch passte es nicht so ganz in unsere heutige Tagesplanung. Wir wollten ja gleich noch durch das Alte Land nach Hamburg weiterfahren. Über den Deich gingen wir also nur am Klimahaus und am Auswandererhaus vorbei und genossen das unerwartete schöne Wetter. Die vielen und tollen Museen werden wir uns auf alle Fälle noch mal anschauen. Versprochen! Von hier gingen wir dann gemütlich wieder zurück zum Stellplatz. Dort machten wir unser WoMo abfahrbereit. Die erste Etappe war auch schnell geschafft. Einmal über die Straße zum Supermarkt. Wir mussten noch ein wenig unsere Vorräte ergänzen. Lustigerweise fanden wir in der "Feinkostabteilung" Fruchtsäfte aus einer kleinen
Kelterei, die bei uns zu Hause im Nachbarort beheimatet ist. Die ganze Region bringt von ihren Streuobstwiesen ihr Obst dort hin und werden dafür selber mit Saft bezahlt. Dieser Saft ist wirklich einmalig lecker! Da wir in Hamburg noch einen Verwandtenbesuch geplant haben, war das doch ein ideales Mitbringsel von "zu Hause"! Unser kleiner Einkauf wurde anschließend schnell verstaut und dann ging es auch schon weiter. Genau bis zur Tankstelle nebenan. Nicht nur wir mussten unsere Vorräte ergänzen! Ganze 57,17 Liter mussten wir nachtanken. Aber dann ging es wirklich los. Über Landstraßen in Richtung Altes Land nach Hamburg. Brav folgten wir der B71 und hielten einmal für eine kleine Pause an und einmal, um noch einen Geocache zu suchen. Gemütlich fuhren wir durchs Land und ließen zwischdurch mal einige schnellere Autos vorbei, kamen an großen Obsplantagen vorbei und fuhren dann für ein kleines Stück auf die A1. Für die letzten Kilometer wurden wir von unserem Navi durch einige Vororte gelotst und dann waren wir am späten Nachmittag schon an unserem Ziel. Glücklicherweise konnten wir dort direkt vor der Tür parken. Es gab eine herzliche Begrüßung und viel zu erzählen. Die Hunde mussten nach der langen Fahrt auch noch mal raus. Das Wetter war so schön, dass wir Abends in einer Pizzeria noch draußen sitzen und bei leckeren Essen das Zusammentreffen genießen konnten.
Spät Abends zogen wir uns in unser Mobil zurück und ließen noch kurz den Tag ausklingen. Wieder standen wir frei und ohne externe Versorgung. Das funktioniert wirklich besser als ich immer befürchtet hatte und bereitet mir inzwischen gar keine Sorgen mehr.

Die Rückfahrt

Am ersten Morgen durften wir ohne fremde Hilfe wach werden. Das war schön. Wir nutzten unseren kleinen Waschraum und frühstückten anschließend gemütlich in unserem Wagen. Zum Frühstück gab es Brötchen vom Vortag, die wir über der offenen Gasflamme auf einem Messer aufgespießt noch einmal aufbackten. Es gibt doch so tolle Aufsätze für den Gasherd, mit denen man einen Ofen simulieren kann. Ich glaube für den nächsten Obelink besuch kommt das auf meine Wunschliste.
Ich liebe es in unserem kleinen Wohnmobil zu sitzen. Es ist so schön gemütlich, auch wenn man sich ständig auf die Füße oder auf unsere Hunde tritt. Auch einen Fernseher vermisse ich überhaupt nicht. So genossen wir unser Frühstück und unsere letzten Stunden in Hamburg in diesem Jahr. Nachdem Frühstück verabschiedeten wir uns nur noch von der Familie und dann hieß es auch schon: On the road again! Ich fühlte mich so ein wenig wie es die Musikband Truck Stop immer besungen hat. "Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Hamburg an (...)".
Schneller als auf einem Pferd kamen wir aber auch nicht voran. Das Ende eines langen goldenen Oktoberwochenendes, gekoppelt mit Herbstferien bedeutet nämlich auch Rückreiseverkehr. Schon vor dem Buchholzer Dreieck fing der Verkehr an zu stocken. Ein wenig besser lief es dann bis Bremen aber zum gemütlich fahren blieb es doch zu viel Verkehr. Wenigstens sind die sieben Privat-Baustellen zwischen Hamburg und Bremen fertiggestellt, die ja noch bis 2012 alle paar Kilometer kamen. In Wildeshausen machten wir auf dem Rastplatz unsere Mittagspause. Die Hunde durften nach unseren Hamburgern und Pommes auch noch mal raus und dann stellten wir uns auch schon beim nächsten Stau hinten an. So habe ich mir Wohnmobilreisen nicht vorgestellt! Wir taten dann das, vor dem eigentlich jeder Verkehrsexperte warnt. Wir verließen die Autobahn und ignorierten die verzweifelten Versuche unseres Navis, uns zurück auf die Autobahn in den Stau zu lotsen. Einmal wäre es ihr aber fast gelungen, denn eigentlich wollten wir nun westwärts in Richtung A31. Irgendwann gab das Navi auf und wir waren auf dem richtigen Weg.
Auf einen Parkplatz an der Hauptstraße machten wir noch eine Pause. Hier genossen wir vor allem den Vorteil eines Wohnmobils. Wir kochten uns Kaffee und setzten uns gemütlich in die Nachmittagssonne auf eine Steinbank.

Kaffeepause

Kein Reisestress und gemütlich treiben lassen. So habe ich mir das immer vorgestellt. Ich glaube ich bin jetzt da, wo ich immer hinwollte... Der Rest unserer Rückfahrt war wenig spektakulär. Wir fuhren weiter durch das Emsland in Richtung A31, wo wir feststellten, dass der Verkehr auch nicht viel besser ist. Nach wenigen Autobahnkilometern verließen wir die Autobahn also schon wieder und fuhren durchs Westmünsterland zurück an den Niederrhein. Bevor wir aber wirklich nach Hause fuhren, fügten wir noch einen klitzekleinen Umweg zum Stellplatz an unserem Wohnort ein. Dort gibt es eine Entsorgungsstation, die wir nach drei Tagen aufsuchen wollten - und mussten. Ich war ganz schön nervös. Es war das erste Mal, das wir zum Entsorgen fahren. Klar hatten wir eine Einweisung beim Kauf bekommen. Aber wer kann sich das alles auf einmal merken? Die Geschichten, wie Unerfahrene sich selber einsauen, weil sie die Schwarzwasserkassette nicht richtig bedienen, kennt glaube ich jeder. Aber auch dieses Abenteuer haben wir bestanden und jetzt können wir mit Stolz behaupten, dass es doch ganz einfach ist...
Zu Hause angekommen geht es natürlich direkt mit den lästigen Pflichten weiter. Das Auto will ausgeräumt werden, die Hunde wollen bewegt werden, die Daheimgebliebenen wollen alles erfahren. Kurz gesagt, der Alltag hat uns wieder!

Zusammenfassung

Auf unserer ersten Tour hatten wir weder technische noch sonstige Probleme. Es lief wirklich alles gut. Wir kommen mit unserem Wohnmobil sehr gut zurecht. Die Aufteilung und auch die Größe bereitet keinerlei Schwierigkeiten und unsere Handgriffe im Alltag werden immer routinierter. Von der Sonne verwöhnt hatten wir ein sehr schönes verlängertes Wochenende. Die Stellplätze waren, wir wir es uns im Vorfeld eigentlich auch selber hätten denken können rappelvoll, trotzdem sind wir noch untergekommen.
Der Stellplatz am Havenhostel in Bremerhaven ist auf der Rückseite des Gebäudes, dass auch ein wenig von der Hauptstrasse abschirmt. Sowohl das Havenhostel, in dem man sich an der Rezeption anmelden muss, als auch der Stellplatz befinden sich auf einem kleinen ehemaligen Kasernengelände, dass auch vom THW mit genutzt wird. Deren Betriebsamkeit bedeutete für uns eine verkürzte Nachtruhe. Das Personal war wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Für 15,- Euro konnten wir hier gut stehen. Man kann sich fürs Frühstück im Hostel mit anmelden oder im Supermarkt gegenüber selber versorgen. Auf dem Stellplatz stehen begrenzte Stromsäulen zur Verfügung und man kann Wasser nachtanken. Auf eine Entsorgungsstation habe ich nicht geachtet. Zur Innenstadt ist es ungefähr einen Kilometer. Wir erkundeten Bremerhaven an einen kurzen Vormittag. Das ist definitiv zu wenig, wenn man sich auch die Museen mit anschauen möchte. Aber unser Schwerpunkt war nicht primär die Städtereise sondern das ausprobieren unseres Mobils.
In Hamburg standen wir nur am Straßenrand. Auch an diesem zweiten Tag standen wir autark und alles lief super. Wir blicken somit auf ein schönes Wochenende zurück.